Japanische Badekultur - Onsen und Sento

Gesundheit, Hygiene, Entspannung
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Einer der angenehmen Nebeneffekte der in vielerlei Hinsicht schwierigen Lage Japans am Rande des sogenannten Pazifischen Feuerrings sind mit Sicherheit die "onsen" genannten heißen Quellen, die sich im ganzen Land finden. Im Laufe der Geschichte sind mancherorts ganze Onsen-Städte entstanden, die nicht selten bereits seit Jahrhunderten Kurzurlauber und Erholungssuchende anlocken. Viele traditionelle Gasthäuser, "ryokan", sowie Onsen-Hotels zeichnen sich nicht nur durch von natürlichem Thermalwasser gespeiste Badelandschaften aus, sie sorgen dazu mit der berühmten japanischen Gastfreundschaft für einen rundum sorglosen Aufenthalt. Für Japaner*innen jeden Alters bedeutet eine Onsen-Reise die pure Entspannung, gutes Essen und ein kühles Getränk nach dem Bad – die beliebtesten Optionen sind dabei Milch oder ein Bierchen. Dem Thermalwasser, das häufig verschiedene Mineralien in hoher Konzentration enthält, wird vor allem auch eine therapeutische Wirkung bei verschiedensten Leiden nachgesagt. Die Jungen schwärmen von den positiven Effekten auf ihre Haut, während die Älteren auf die schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung schwören.
Wer gerade nicht verreisen kann oder über kein eigenes Badezimmer verfügt – wie es für die Großelterngeneration noch öfter der Fall war – begibt sich in eines der öffentlichen Badehäuser, oder "sentō", die sich selbst in Großstädten wie Tokyo noch in vielen Nachbarschaften bis heute finden. Sentō sind günstig – wie schon ihr Name verrät, kosten sie nur einen sen – und besitzen ihre ganz eigene Badekultur. Sie sind kleine Oasen der Erholung nach einem langen Tag und ein regelmäßiger Treffpunkt, wo man sich vor dem gemeinsamen Baden den Rücken schrubbt, das Neueste erzählt oder in Erinnerungen schwelgt: Besonders die älteren Besucher*innen lassen sich stets gern auf einen heiteren Plausch ein.
Aber wo genau liegt denn nun der Unterschied zwischen Onsen und Sentō, und was ist bei einem Besuch jeweils zu beachten? Fettnäpfchen gibt es bekanntlich einige, doch im Rahmen dieses Vortrages soll die Gefahr, in eines davon zu tappen, erheblich gemindert werden: Anhand eines beispielhaften Onsen besehen wir uns den typischen Ablauf eines Besuches, von der Begrüßung durch die Hausherrin, "okami-san", bis hin zur Bade-Etikette von der Umkleide bis zum Eintauchen in das ganz schön warme Nass. Sollte das Onsen Ihrer nächsten Reise auch nicht alle besprochenen Aspekte umfassen, so wollen wir doch nichts Wichtiges auslassen, das da auf Sie zukommen könnte! Für Interessierte an einem Besuch in einem traditionellen, eher abgelegenen Onsen umgeben von Natur wird es selbstverständlich auch den ein oder anderen Reisetipp geben. Über die eher öffentliche Badekultur hinaus wird dieser Vortrag auch die Badekultur in privaten Haushalten behandeln, denn auch hier gibt es einige Besonderheiten: Damit Sie am Ende dieses Vortrages auch wirklich mit allen japanischen Wassern gewaschen sind.
Bild: Victor Arnhold

Julia Swoboda M.A., wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung für Japanologie des Asien-Orient-Instituts der Universität Tübingen, forscht u. a. zu Erinnerungskultur und Geschlechterrollen und kennt Japan von vielen Aufenrhalten.
1 Abend, 22.07.2021
1 Termin(e)
Julia Swoboda
Kg3350
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