Vernissage: Eva Dölker-Heim - Sehnsucht nach dem Meer

Malerei auf Leinwand, Holz und Papier
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"Seit einiger Zeit taucht in meinen Arbeiten das Thema Meer auf. Vor mir auf der Leinwand entstehen Wasserlandschaften an der Grenze zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit, die zu vielfältigen Assoziationen anregen.

Der künstlerische Prozess ist für mich ein Eintauchen in das noch unfertige Werk - wie eine Taucherin im Ozean schwimme ich immer tiefer in das Unbewusste, werde eins mit dem Werk.

Meine Liebe zum Meer ließ mich die Verwendung von Farben auf Acryl-Basis hinterfragen. Die Menge an Kunststoff, die beim Auswaschen der Pinsel ins Wasser gerät, reduziere ich auf ein Minimum. Für viele meiner Arbeiten verwende ich natürliche oder recycelte Materialien. Ich liebe den Umgang mit Farb-Pigmenten pflanzlichen, mineralischen oder organischen Ursprungs, als Bindemittel verwende ich häufig Harze und Öle nach alten Rezepturen. Diese Art der Malerei spricht alle Sinne an: Neben der unglaublichen Tiefe und Lebendigkeit, die die Naturpigmente auf der Leinwand hinterlassen, tauche ich ein in die charakteristischen Gerüche der verschiedenen Öle und Harze. Ich spüre das Öl, den warmen Leim und die rauen Pigmente an den Händen und höre das Knirschen beim Verreiben der sandigen Gesteinsmehle.

Beim Betrachten des Bildes werden diese Eindrücke wiederbelebt. Das Changieren der Farbe, der noch lang anhaltende Geruch der verwendeten Materialien und die Vorstellung, wie sich die Oberfläche bei einer Berührung anfühlen und anhören könnte, aktivieren die Sinne der Betrachter*innen.

Farbreste in den Pinseln verwende ich für Monotypien und kleinere Arbeiten auf Holz oder Papier, damit möglichst wenig der wertvollen Farbe ins Abwasser gerät oder verschwendet wird. In einigen Arbeiten recycle ich Fundstücke wie zum Beispiel ausrangierte Kleidungsstücke.

Durch das Einarbeiten von Pigmenten, Erde oder Stoff erhalten die Werke eine gewisse Dreidimensionalität und verlassen den Rahmen der klassischen Malerei. Ich erforsche dabei den natürlichen Fluss der Farbe, Veränderungen im Trocknungsprozess, den Faltenwurf eines Stoffes oder Drucktechniken, die Raum lassen für das, was entstehen möchte.

Meine starke Verbundenheit mit meiner Umwelt und das Denken in Kreisläufen sind schon seit meiner Studienzeit an der Fachhochschule für Gestaltung in Pforzheim ein wichtiges Thema für mich. Mich interessiert es sehr, wie Formen und natürliche Muster entstehen, mit Gregory Bateson gesprochen: „Das Muster, das verbindet“. Auch am Meer erlebe ich tiefe Verbundenheit und eine starke Achtung vor etwas Größerem, etwas, das mein individuelles Erleben übersteigt." (Eva Doelker-Heim, Februar 2021)

Eva Dölker-Heim studierte Kunst und Design am Norfolk Institute of Art and Design und der Hochschule Pforzheim (1993-98) und absolvierte eine Fortbildung in Kunsttherapie am C.G. Jung Institut, Stuttgart. Sie lebt und arbeitet in Gomaringen.
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Vernissage: Sa, 10.07.2021, 19 Uhr

1 Abend, 25.09.2021
1 Termin(e)
Bi3009
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