Das lichte Mittelalter 1. Termin

Peter Abälard und Anselm von Canterbury oder die Geburt scholastischen Denkens aus dem Geist des Widerspruchs
Themenblock der Nachmittagsakademie Kunst- & Kulturgeschichte
Entgegen landläufig verbreiteter Kolportage ist die Epoche der Philosophie der Scholastik alles andere als eine „finstere“ Zeit. Sie ist vielmehr geprägt durch intensives Verlangen nach Wissenschaftlichkeit und damit durch ein explizit vernunftbetontes Denken. „Fides quaerens intellectum“, der Glaube verlangt nach verstandesorientiertem Verstehen, lautet die Grundforderung des Anselm von Canterbury (1033-1109). „Ratio“, Vernunft und Logik, werden zu den sorgfältig gepflegten Instrumenten der vielfältigen philosophisch-theologischen Diskurse des Mittelalters, ihres betont experimentellen Denkens, das immer wieder die Grenzen des Denkens auszuloten sich anheischig macht. Dass Glaube und Vernunft, „fides“ und „ratio“, miteinander in Verbindung treten, bedeutete hier keineswegs eine Einschränkung der „ratio“, sondern bewirkte eine gegenseitig befruchtende, kreative Ausgestaltung der Lehrsysteme. Zahlreiche in der Scholastik aufgeworfene Problemfelder wie der sog. „ontologische Gottesbeweis“ des Anselm von Canterbury, Fragen der Unterscheidung im Begriff des Unendlichen werden bis zur Gegenwart diskutiert oder haben erst in der modernen Mathematik Lösungen gefunden. Ebenso etabliert sich schon in der Scholastik neben „fides“ (Glaube) und „ratio“ (Vernunft) die „experientia“, die Erfahrung, als dritte leitende Instanz für Erkenntnis und Wissen.  
Der Kurs möchte mittels vier Themenkomplexen und den damit verbundenen Exponenten zu Einblicken in das Denkens der Scholastik und zu einem besseren Verständnis der Philosophie des Mittelalters vom 11. bis zum 15. Jahrhundert führen. Zusammen mit maßgeblichen Denkern dieser Ära werden einige der großen Problemkreise wie der des Daseins Gottes, der Stellung des Menschen in der Schöpfung, der Frage der Möglichkeit von Erkenntnis abgeschritten.
1. Termin, Mi, 11.04., Peter Abälard und Anselm von Canterbury oder die Geburt scholastischen Denkens aus dem Geist des Widerspruchs


1 Nachmittag, 11.04.2018
Mittwoch, 15:00 - 17:00 Uhr
1 Termin(e)
Wolfgang Urban
Ph3202
Haus der Volkshochschule, Spendhausstraße 6, 72764 Reutlingen, Raum: E07, EG

♿ barrierefreier Zugang
18,00



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